Lieber Herr Beer
Erstmal möchte ich mich bei Ihnen bedanken, dass Sie mir geholfen haben. Es war immer sehr angenehm nach Feierabend eine Stunde lang der beruhigenden Musik zu lauschen und dabei in einen leichten Schlaf zu gleiten.
Zu meinen Problemen, die meine Mutter auf die Wahrnehmungsstörungen, meinerseits, aufmerksam gemacht haben: Ich war sehr häufig neben den Schuhen. Dies äusserte sich durch Zerstreutheit, Teilnahmslosigkeit, Verwirrtheit und „Unaufmerksamkeit“. Wenn jemand mit mir sprach, konnte dieser nicht sicher sein, dass ich mitbekommen habe, was er mir mitzuteilen hatte. Ich habe oft eine Antwort auf Fragen gegeben, von denen ich nach ein paar Minuten nicht einmal mehr wusste, dass sie mir 1. gestellt wurden und 2. ich sie beantwortet habe. Ich konnte wichtige Dinge von unwichtigen nicht mehr unterscheiden und habe versucht jede Information so an mich zu binden, dass ich sie zuletzt oft völlig falsch abgespeichert und wiedergegeben habe. Oft klagte ich über schlechtes Sehen, meine Augen fühlten sich richtig überlastet an. Dieses Problem gab mir zusätzlich das Gefühl, als würde ich durch eine Luftblase das Leben an mir vorbeiziehen sehen. Mit der Zeit habe auch ich begriffen, dass alles etwas aus dem Ruder lief. Denn oft war mein Terminkalender sehr chaotisch, da ich manchmal mehrere abgemachte Termine vergass oder zwei zur gleichen Zeit abgemacht hatte. Auch meine Ausbildung litt sehr darunter. Denn auf der Arbeit konnte ich mich nur mühsam konzentrieren. Trotz der Anstrengungen passierten mir häufig dumme Fehler. Meine schulische Leistung liess eine Zeit lang stark zu wünschen übrig, was mich dann auch zusätzlich noch weiter verunsicherte. Von diesem Augenblick an wurde mir bewusst, dass ich mein Problem nicht selber lösen konnte. Einmal ist man an dem Punkt angelangt, wo man weder ein noch aus weiss und sieht nur noch all die Probleme und Fehler im Alltag. Man kann also schon sagen, dass diese Wahrnehmungsstörungen einem massiv auf den Magen schlagen können.
Bevor die eigentliche Behandlung begann, wurden mein Gehör, meine Augen, meine Informationsverarbeitung und meine Schnelligkeit getestet. Man stellte fest, dass ich Probleme hatte mit der Verarbeitung von Gehörtem. Ich war meinem Alter entsprechend sehr langsam, also ungefähr so schnell wie etwa eine 10-12-jährige Schülerin. Bereits nach den ersten Behandlungen konnte ich spüren, dass mein Körper begann etwas umzustellen. Nach manchen Behandlungen habe ich gemerkt, dass mein Kopf sehr in Anspruch genommen wurde. Und das trotz des Nichtstuns. Die ganze Behandlung dauerte zwei Wochen, währendend denen ich jeden Abend eine Stunde „trainierte“, ausgenommen an den Wochenenden.
Unmittelbar nach dem Training konnte ich mit grosser Freude feststellen, dass meine Augen richtig scharf und klar sehen konnten. Ich konnte mich auf einmal auf eine Sache konzentrieren und Details erkennen, die ich vorher nicht einmal erahnt hätte. Nach einiger Zeit fiel die Dauerübermüdung der Augen von mir ab. Jetzt kann ich mich während des Unterrichts, aber auch bei der Arbeit, besser auf die Dinge konzentrieren, die wichtig sind. Meine Noten wurden besser und ich nahm wieder aktiv am täglichen Leben teil. Auch im Unihockey habe ich gemerkt, dass ich mich wieder besser konzentrieren kann und dementsprechend schnell agieren. Das habe ich alles grösstenteils dem Wahrnehmungstraining zu verdanken, denn ohne diesen Anstoss hätte ich weiterhin grosse Konzentrationsprobleme.
Dear Mr. Beer
First of all, I would like to thank you for helping me. It was always very pleasant to listen to soothing music for an hour after work and drift off into a light sleep.
Regarding my problems, which alerted my mother to my perceptual disturbances: I was very often out of it. This manifested itself in distraction, apathy, confusion, and "inattention." When someone spoke to me, they couldn't be sure that I had understood what they were telling me. I often gave answers to questions that, after a few minutes, I didn't even remember that 1) I had been asked them and 2) I had answered them. I could no longer distinguish important things from unimportant ones and tried to bind every piece of information so tightly to myself that I often ended up storing and reproducing it completely incorrectly. I often complained of poor vision; my eyes felt completely strained. This problem also made me feel as if I were watching life pass me by through a bubble. Over time, I also realized that everything was a bit out of control. My schedule was often very chaotic, as I sometimes forgot several scheduled appointments or had two at the same time. My studies also suffered greatly. I had difficulty concentrating at work. Despite my efforts, I often made stupid mistakes. For a while, my school performance left a lot to be desired, which further unsettled me. From that moment on, I realized I couldn't solve my problem on my own. You reach the point where you don't know what to do and all you see are the problems and mistakes in everyday life. So you could say that these perceptual disorders can be a real pain in the stomach.
Before the actual treatment began, my hearing, my eyesight, my information processing, and my speed were tested. It was determined that I had problems processing what I heard. I was very slow for my age, about as fast as a 10- to 12-year-old schoolgirl. After just the first few treatments, I could feel my body beginning to adjust. After some treatments, I noticed that my mind was becoming very busy, despite doing nothing. The entire treatment lasted two weeks, during which I "trained" for an hour every evening, except on weekends.
Immediately after the training, I was delighted to see that my eyes could see really sharply and clearly. I could suddenly concentrate on one thing at a time and notice details I hadn't even noticed before. After a while, the constant eye fatigue subsided. Now I can concentrate better on the important things during class, but also at work. My grades improved, and I became actively involved in daily life again. I also noticed that I can concentrate better in floorball and act accordingly quickly. I owe all of this largely to perception training, because without this stimulus I would still have major concentration problems.
